Vom Anfang bis 1891

Wer sich mit dem Ursprung der Bonndorfer Fastnacht beschäftigt, stößt bald auf die Zahl 1765 und damit auf das Datum der ersten nachweisbaren Maske in Bonndorf.

Quelle der ersten Scheme in Bonndorf ist das „Zunftbuch der Schreiner, Schlosser, Dreher und Kammmacher (letzte haben nichts mit der Herstellung von Kämmen, sondern mit Holzkammrädern für Mühlen und Sägewerke, also Wasserrädern zu tun“). In diesem Zunftbuch aus dem 18. Jahrhundert, das in einer speziellen Vitrine der Vitrine der Schloss-Narrenstuben aufbewahrt wird, finden sich mit Datum 27. May 1765 und danach Hinweise auf die Handwerksskunst der Dreher und Schreiner, die als Meisterstück eine Billardkugel und eine Scheme anzufertigen und zur Prüfung vorzulegen hatten.

Der Eintrag von 1765 im Zunftbuch mit der Erwähnung der Scheme gilt bei Fachleuten und Volkskundlern als gültiger Beleg.

Aus dieser Zeit stammt auch unsere Fasnetfigur der Fotzli Hansili.

Drei große Brände in Bonndorf im Verlaufe der vergangenen zweihundert Jahre (1810, 1827, 1842) haben viele Bürgerhäuser und große Teile der Stadt samt Rathaus, Post, Domänenverwaltung und sämtliche Gasthäuser eingeäschert - und auch (fast) alle Akten vernichtet.

1889 ist ein bedeutendes, ja ein entscheidendes Jahr der Dokumentation der Pflumeschlucker-Chronik.  Die Schwarzwälder Zeitung veröffentlichte in jenem Jahr ein Inserat, in dem der Turnverein Bonndorf einlud:

"Heute, Freitag, 1. Februar, Abends, präzis 8 Uhr findet im Vereinslokal im "Kranz" die regelmäßige Monatsversammlung statt, u. soll nach Erledigung der Tagesordnung gegen 9 Uhr eine Besprechung wegen der Abhlatung von Fastnachtsveranstaltungen nebst Gründung einer Carnevalsgesellschaft stattfinden"

Der Gründungsversammlung vom 1. Februar 1889 schloss sich schon am 9. Februar im "Kranz" die erste reguläre Narrensitzung an. Dann ging es Schlag auf Schlag.... Im Einladungs-Inserat zur 3. Sitzung im Schnitzer heißt es:

"Die Mitglieder des närrischen Comitees und der Hofkapelle Seiner Tollität sind gebeten, sich präcis 1/2 8 Uhr im "Kranz" zu versammeln. Auch Pflumeschlucker sind willkommen. Präcis um 8 Uhr erfolgt bei klingendem Spiel Abmarsch nach dem Sitzungslokal "Schnitzer".

Der erste Vorstand 1889: Das Comitee

...Durch engere Wahl hat sich das Comitee, nunmehr wie folgt definitiv constituirt:

Präsident: Pflumeschlucker Wethel
Vizepräsident und Sekretair: Pflumeschlucker Fischer
Kassierer: Pflumeschlucker Albrecht
Ceremonienmeister: Die Pflumeschlucker Sieber und Buttler
stellv. Ceremonienmeister: Die Pflumeschlucker Goetz und Kohler
Beisitzer: Pflumeschlucker Bühler, Gleichauf, Lüber und Rogg

1889 gilt somit als Gründungsjahr der Zunft.