Vom 1892 bis 1924

1893 gibt es den ersten anerkannten schriftlichen Nachweis des stilisierten Hansele wie er z.B. auf der Rückseite des Welschhemdes zu sehen ist:

Auch im "Galgenvogel" - ein humoristisch-sathyrisches Fastnachtsblatt - von vermutlich 1892 ist der stilisierte Kopf bereits zu sehen.

1903 notiert das Versammlungsprotokoll der Pflumeschlucker, der Gesamtvorstand der Narrengesellschaft werde (nach karnevalistischem Vorbild) in "Elferrat" umbenannt. Adolft Vogt wurde zum Prädsidenten gewählt. Wie lange die Bezeichnung Präsident hielt, ist nicht bekannt.

1909 führten die Pflumeschlucker als großes Spektakel die Revolution 1848 auf, mit richtiger Schlacht  am Lindenbuck - unter Aufbietung von Infanterie, Artillerie, Kavalleri und Freischärlern... danach war Fastnachtspause, die Narrengesellschaft pleite. Erst 1911 ging es weiter (49 Mitglieder). Das in diesen Jahren schwierige Amt des Narrenvaters übernahm 1912 Arthur Abrecht, der es bis 1918 innehatte. Die zwischenzeitlichen Kriegsjahre werden als "ruhend" bezeichnet.

1918 übernahm Karl Julius Vogt, Neffe von Adolf Vogt, ebenfalls Hotelier des Bahnhofhotels, das Amt des Zunftmeisters.

1923 wurde die Musik zum Pflumeschlucker geschaffen, der Narrenmarsch. Es gilt als sicher, dass dem Narrenmarsch die Melodie des Leipziger Pferdemarsches zu Grunde liegt. Allerdings gibt es keinen schriftlichen Beleg dafür.

Aus einem Brief von Julius Vogt, den er wahrscheinlich 1921 geschrieben hat, wird bereits der Stammen erwähnt:

"Am schmutzige Dunschdig ist jeweils originelles Fastnachtsankünden durch den Elferrat. Letztes Jahr sassen alle Elfe auf einem grossen Baumstamm, im Wichs natürlich und fuuhren durch das Städtchen, überall das Programm verldesend..."

Malermeister August Kramer gestaltete zusammen mit dem Narrenrat das Pflumeschluckerhäs. Dessen erste Fassung aus dem Jahr 1924 ist in den Schloss-Narrenstuben ausgtestellt. Der Bildhauer Andreas Hugel aus Karlsruhe, ein gebürtiger Bonndorfer, entwarf die Scheme, eine Charaktermaske anstelle der Glattlarve, einen freundlichen Gesellen mit der Pflaume im Mund.