Der Narrenrat

Den Narrenrat der Bonndorfer Pflumeschlucker verkörpert eine Gruppe von 15 Bonndorfer Männern; keine Frau! Es sind nicht allein die elf Narrenräte - sage nicht Elferräte - die mit weißer Hose und blauer Jacke, Gilet, Mantel und Kappe, weißen Stehkrägen und Handschuhen und dem bronzenen Narrenratsorden auf der Brust am Schmutzigen Donnerstag auf einem Baumstamm durch Bonnforf "reiten".

Es gesellen sich vier weitere Personen hinzu: Der Narrendiener oder –knecht mit nämlichem Outfit, der „Narrenbolizei“ in der historisch badischen Uniform mit Pickelhaube, einem echten Säbel und einer großen Schelle oder Glocke, mit der er den Takt einläutet, angibt. Schließlich komplettieren als die Nummern 14 und 15 zwei aktive Hästräger, die sogenannten Hanselvertreter, die illustrre Schar der Narrenräte. Letztere werden von den Pflumeschluckern in geheimer Wahl ins Gremium als deren Sachwalter entsandt und sind dort mit Sitz und Stimme an allen Entscheidungen beteiligt.

Der Narrenrat ist der Vorstand der Pflumeschlucker. Angeführt wird er vom Narrenvater und seinem Stellvertreter, dem "Vize". Die Geschäftsführung ergänzen der Zunftschreiber (Schriftführer) und der Säckelmeister (Kassierer). Sonstige Aufgaben bewerkstelligen zwei Zeremonienmeister, zwei Buchhalter, zwei Werksleute, ein Schlüsselhalter.

(Text aus dem Buch Geschichte(n) der Bonndorfer Fastnacht von Ulrich Werner Schulze)